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5 Jahre Invitel Unternehmensgruppe – Teil 2

In der letzten Woche haben wir bereits Teil 1 unserer Jubiläums-Interviews veröffentlicht. Drei unserer Geschäftsführer, nämlich diejenigen, die den Merger im Jahr 2012 initialisiert haben, ließen uns zum fünften Geburtstag der Invitel Unternehmensgruppe an ihren Erinnerungen und Bewertungen der Entwicklung teilhaben. Heute wollen wir den Fokus auf die Mitarbeiter richten. Einigen alten Hasen aus verschiedenen Positionen haben wir ganz ähnliche Fragen gestellt wie unseren Geschäftsführern. Selbstverständlich haben sie eine andere Sichtweise derselben Geschehnisse, sehr spannend… Aber lesen Sie selbst!

Die Interviewten sind:
Tino Kieck, seit 2011 bei Invitel in Prenzlau, Teamleitung (TK)
Mary Flammer, seit 2004 bei Simon & Focken in Braunschweig, Standortleitung (MF)
Jessica Kula, seit 2001 bei Invitel in Helmstedt, Training (JK)
Alexandra Hasnaoui, seit 2010 in Braunschweig, Teamleitung bei der SALESkultur (AH)

Als die Idee, bzw. das konkrete Vorhaben der Übernahme greifbar im Raum stand – was war Ihr allererster Gedanke?tino-kieck_1
TK: „Damals war ich als Agent eingesetzt und hatte die Befürchtung, dass nicht wie bisher, ausschließlich für die Energieversorgung telefoniert wird, sondern aufgrund der Verschmelzung, auch die Telekommunikation in der Invitel Prenzlau GmbH mit aufgebaut wird.“
MF: „Ich war froh, dass wir inhabergeführt bleiben.“
JK: „Oh, wir werden „noch“ weiter wachsen…“
AH: „Der erste Gedanke war natürlich, mal schauen was sich alles verändert. Veränderungen können ja durchaus positiv sein.“

Hätten Sie zu diesem Zeitpunkt eine Prognose abgeben müssen zum dem Stand der Dinge in fünf Jahren, wie wäre diese ausgefallen?
mary-flammer_1MF: „Ich war positiv gestimmt und bin davon ausgegangen, dass durch das Know-how beider Unternehmen ein gesundes, mitarbeiterfreundliches und innovatives Unternehmen entsteht, welches sich einen hohen Stellenwert am Markt erarbeitet.“
TK: „Die Erfahrung lehrte mich, dass solche Entscheidungen nicht über Nacht getroffen werden. Demzufolge war ich mir sicher, dass durch die Verbindung beide Seiten profitieren und unterm Strich positive Ergebnisse erzielen. Denn beide Seiten hatten bereits ausreichend Erfahrung in ihren Branchen sammeln können und konnten voneinander lernen.“JK: „Ich lebe nach dem Motto „Carpe diem“, von daher schaue ich in der Regel nicht so weit in die Zukunft… allerdings bin ich beeindruckt, was seitdem entstanden ist.“
AH: „Die Prognose wäre positiv ausgefallen, ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl bezüglich der Übernahme.“

Wie haben Sie persönlich den Prozess der Übernahme dann wahrgenommen?
TK: „Als Agent gab es keine Änderungen für mich, welche mich in meiner Arbeit einschränkten oder beeinflussten. Das einzige war tatsächlich die Änderung der Firmenanschrift, von InvitelSU02 auf Invitel Prenzlau GmbH.“
MF: „Sicherlich war auch mir klar, es wird sich vieles ändern – auch wenn während der Übernahme der Tenor anders war.  Ein Change war auch unabdingbar, wenn man am Markt dabei sein will.“
JK: „Aus meiner Sicht war die Übernahme ein schleichender Prozess.“
AH: „Die Übernahme ging aus meiner Sicht durch viele Höhen und Tiefen, da wir sehr viele Prozesse umstellen mussten. Dies wurde teilweise mit Hauruckaktionen durchgeführt, aber so ist das Leben in unserer Branche, das macht ja auch Spaß J.“

Was hat sich seitdem verändert? Was nicht?
TK: „Für die Invitel Prenzlau GmbH hat sich nicht wahnsinnig viel geändert. Wir sind immer noch in der Energiebranche tätig. Ich kann mir gut vorstellen, dass an Standorten wie Braunschweig und Leipzig, bei denen mehrere Marken vertreten sind, deutlich mehr Änderungen zu verzeichnen waren. Unterm Strich denke ich aber, dass alle gleichbehandelt werden und für alle das gleiche Recht herrscht.“
MF: „Vieles, fast alles. Systeme, Technik, Prozesse – die Säulen der Unternehmensgruppe: Invitel – Simon & Focken – Saleskultur. Simon & Focken ist nicht mehr nur in Braunschweig vertreten. Mit dem Aufbau der anderen Standorte sind wir extrem gewachsen, mit einem Auftraggeber in der Gruppe. Aus meiner Sicht haben wir nach wjessica-kula_1ie vor einen guten Ruf in der Branche und immer noch eine Menge langjährige Mitarbeiter an Bord. Das spricht für sich.“
JK: „Veränderungen, die mir spontan einfallen: Es sind viele neue Geschäftsfelder hinzugekommen. Die PowerUser/FAP-Ausbildung und Teamleiter-Ausbildung erfolgt unternehmensübergreifend, dadurch schärfen sowohl die Mitarbeiter als auch die Trainer den Blick über den Tellerrand. Für mich selbst gab es wenig Veränderung: Mein Haupttätigkeitsfeld liegt noch in der Energieversorgung und in der Ausbildung der PowerUser und fachlichen Ansprechpartner (FAP).
AH: „Verändert wurden einige Prozesse, das Qualitätsmanagement, die Transparenz in der Gruppe, das empfinde ich als sehr positiv.“

Welche Herausforderung ergab sich konkret für die Position, die Sie damals innehatten? Welche Chancen ergaben sich?
TK: „Damals war ich, wie gesagt, als Agent tätig. Seit Oktober 2015 bin ich als Teamleiter eingesetzt. Ob sich diese Position auch ergeben hätte ohne den Zusammenschluss, kann ich nicht sagen. Fakt ist, dass durch das Wachstum der Unternehmensgruppe auch weitere Admin-Kräfte benötigt wurden. Somit gehe ich davon aus, dass ich als Einzelperson, und vermutlich auch viele andere an anderen Standorten, davon profitierten, weil intern neue Stellenangebote geschaffen wurden. Zusätzlich ist es auch für den Arbeitsmarkt eine große Entscheidung gewesen, seit Jahren merkt man, dass die Unternehmensgruppe weiterwächst und immer mehr Mitarbeiter für sich gewinnt.“
MF: „Zum damaligen Zeitpunkt war ich Projektleiterin im Outbound. Mit dem Outbound hatte damals die Invitel noch nicht viel Erfahrung. Kann man Inboundprozesse im Outbound übernehmen; wie werden die Teamleiter und Mitarbeiter damit umgehen, wie z.B. Zentrale Planung und Steuerung? Das war am Anfang nicht ganz einfach, allerdings war auch dort ein Chalex-hasnaouiange wichtig, um in der Gruppe zusammenzuwachsen. Die Chance war für mich, die Prozesse etc. in meine Mannschaft zu bringen, zu lernen, mich weiter zu entwickeln – und dadurch die Unterstützung des Gesellschafters/Geschäftsführung insofern zu erhalten, dass auch „alte“ Zöpfe im Change dabei sind und mitwirken dürfen in der Unternehmensgruppe.“
JK: „In meiner Position ergaben sich keine Veränderungen.“
AH: „Die Umstellung der Prozesse täglich zu leben und nachzuhalten war zu Beginn eine große Herausforderung. Die Chance der Transparenz habe ich sehr gerne umgesetzt und auch die Freiheit im Handeln finde ich prima, dass wir auf der Autobahn auch mal links und rechts fahren dürfen und nicht nur auf der Geradeausspur fahren müssen J. Das macht die Arbeit lebendig.“

Ihren eigenen Wirkungsbereich betrachtet – was würden sie heute anders machen?
TK: „Aus meinem derzeitigen Wirkungskreis betrachtet ist es super durchstrukturiert. Allein aufgrund des Verbundzertifikates, welches eine enorm wichtige Rolle in der Unternehmensgruppe spielt, gibt es für jedes Problem einen Prozess und somit eine Lösung. Wenn man sich daran hält und eine gesunde Mischung Eigeninitiative mit einbringt, bietet einem unsere Unternehmensgruppe ein super Arbeitsumfeld.“
MF: „Schwierig, da man recht schnell mit den Aufgaben und Herausforderungen wächst und vieles sehr schnell geht. Es ist wichtig, die Menschen mitzunehmen bei Veränderungen und manchmal braucht das halt seine Zeit – diese muss man sich nehmen, um am Ende auch alle an Bord zu haben.“
JK: „Mir fällt nichts ein… scheint positiv zu sein.“
AH: „Ich denke nichts.“

Wie hat sich die strategische Ausrichtung der Unternehmensgruppe innerhalb der letzten 5 Jahre durch gesellschaftliche und marktrelevante Einflüsse verändert/angepasst?
TK: „Für mich ist wie wohl größte und interessanteste Änderung die Anschaffung der MicroUnits. Ich bin wirklich gespannt, ob das den gewünschten wirtschaftlichen Erfolg bringt. Persönlich finde ich die Idee dahinter super, denn so werden auch Arbeitsplätze geschaffen an Orten ähnlich wie Prenzlau. Da die Units eher klein gehalten werden, kann ich mir gut vorstellen, dass die Angestellten einen näheren Draht zur Firma bekommen, als in Units, in denen die Mitarbeiter sich eher als „unsichtbar“ einschätzen. Dafür wünsche ich der Unternehmensgruppe viel Erfolg und hoffe, dass sich diese Überlegung tatsächlich rentiert.“
MF: „Durch die Strategie der drei Säulen – Invitel – Simon & Focken – SALESkultur haben wir auf den Markt reagiert. Kompetenzen gezielt einsetzen und die Marken weiter stark machen. Definierte Systeme, einheitliche Prozesse und flache Hierarchien. Social Media ist ein wichtiger Bereich im Zeitalter der digitalen Welt. Durch unsere MicroUnits haben wir einen weiteren entscheidenden Weg beschritten – gerade durch Mindestlohn, niedrige Arbeitslosenquote bringen wir nun  Arbeit zu den Menschen.“
JK: „Neue Geschäftsfelder sind hinzugekommen. Weniger kleine Projekte, der Fokus liegt auf Projekten mit mindestens Teamgröße.“
AH: „Ich finde es sehr gut, dass wir die Marken getrennt haben und speziell auf die entsprechenden Bedürfnisse der Auftraggeber eingehen. Ich bin Teil der SALESkultur und sehr stolz darauf, dass wir im Salesbereich nun auch eine eigene Marke in der Gruppe bekommen haben. Das ist unser Outbound definitiv wert :).“

Erzählen Sie uns zuletzt doch bitte ein paar Ihrer persönlichen Highlights aus den letzten 5 Jahre. Was wünschen Sie der Unternehmensgruppe, und wo sehen Sie sie in weiteren fünf Jahren?
TK: „Das Seminar bei Marc Galal zum Thema Sales war sehr toll! Ich wünsche der Unternehmensgruppe, dass sie das schnelle Wachstum weiterhin gut verkraftet und sich von Rückschlägen nicht klein kriegen lässt. Es wird immer Herausforderungen geben, aber bislang konnte einiges bewältigt werden. Liebe Unternehmensgruppe, bleib wie Du bist und lasse dich von dem Wandel des Arbeitsmarktes nicht unterkriegen. Du bist „noch“ jung, aber kannst mit einer Menge Erfahrung glänzen“ Und wer weiß, vielleicht sind unsere Mitarbeiter in fünf Jahren die „Fachabteilungen“ der einzelnen Auftraggeber oder bearbeiten ausschließlich den individuellen Schriftverkehr. In einem Punkt bin ich mir sicher: was auch immer passieren wird, wir sind gut aufgestellt, den Trend einem Schritt voraus zu sein…“
MF: „Es gibt einige Highlights – allein das Wachstum …! Und das Vertrauen der Geschäftsführung, als ich Ende 2013 gefragt wurde, ob ich die Standortleitung in Braunschweig übernehme. Ich wünsche uns allen, dass wir zur „Ruhe“ kommen, Zufriedenheit schaffen, Fluktuation und Krankenquoten senken, am Markt eine wichtige Rolle innehaben und wirtschaftlich stabil unterwegs sind. Dann sehe ich uns in fünf Jahren als innovativen Marktführer in der Branche mit hoher Kompetenz, als Arbeitsgeber mit zufriedenen Mitarbeitern, als gesundes und starkes Unternehmen, das sich am Markt behauptet und überzeugt.“
JK: „Sehr gefreut hat mich, dass an mein 15-jähriges Jubiläum gedacht wurde. Und wünschen tue ich uns weiterhin motivierte und engagierte Mitarbeiter, eine geringere Fluktuation, eine stabile wirtschaftliche Lage, somit einen langen Fortbestand der Unternehmensgruppe. In fünf Jahren? Da ich hoffe, noch an Bord zu sein!“
AH: „Highlight für mich war die Gründung der SALESkultur und damit der Eintritt von Herrn Jeß. Ich wünsche unserer Unternehmensgruppe alles Gute für die Zukunft, weiterhin viele lukrative Aufträge, gute Umsätze und Gewinne und dass wir auch weiterhin die Menschlichkeit im Auge behalten und Tag für Tag gern zur Arbeit kommen. Dann kommen die Erfolge von ganz allein. Und in fünf Jahren – haben wir es als Unternehmensgruppe es unter die Top 3 der Branche geschafft, mit einem gesunden Wachstum und viel Freude an der Arbeit.“

Den guten Wünschen schließen wir uns an und sind gespannt darauf, was der nächste große Meilenstein der Unternehmensgruppe sein wird.

 

5 Jahre Invitel Unternehmensgruppe – Teil 1

Feste soll man ja feiern, wie sie fallen. Das tun unsere Mitarbeiter auch, wie die regelmäßigen Facebook-Beiträge beweisen. Etwas stiller fällt ein Jubiläum aus, welches in diesem Spätsommer ebenfalls stattfand, nämlich der 5. Geburtstag der Invitel Unternehmensgruppe. Es hat allerdings einen guten Grund, dass keiner wirklich von alleine daran denkt, und darum nehmen wir diesen Umstand auch nicht persönlich.

Im Gegenteil, wir werten es als Zeichen dafür, dass die vor fünf Jahren gesäte Saat aufgegangen ist: Die Mitarbeiter identifizieren sich mit ihren Marken, sie gehören zu Invitel, zu Simon & Focken oder seit 2016 auch zur SALESkultur. Denn als 2012 Simon & Focken von Invitel übernommen wurde, hat sich die Geschäftsführung dazu entschlossen, von der Gesetzmäßigkeit „1+1=2“ nicht abzuweichen, entgegen der Möglichkeit, aus Simon & Focken einfach auch Invitel zu machen. So entstand eine gemeinsame Holding, unter deren Dach alle Fäden zusammenlaufen, die Invitel Unternehmensgruppe.
Anlässlich dieses Jubiläums haben wir bei der Geschäftsführung und einigen langjährigen Mitarbeitern einmal angeklopft und nach ihren Erinnerungen und ihrer Einschätzung der letzten fünf Jahre gefragt. In dieser Woche gibt es die Antworten der Geschäftsführung zu lesen und bereits in der nächsten Woche statt erst in zwei Wochen gibt es als Teil 2 den Rückblick einiger Mitarbeiter zu lesen. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!

Die Interviewten sind:
Burkhard Rieck, Geschäftsführer der „Stunde Null“ (BR)
Andreas Hartwig, ebenfalls seit 1999 an Bord als Geschäftsführer sowie Bereichsleiter Vertrieb und Beschaffung (AH)
Sönke Lorenzen, seit 2009 in der Operativen Geschäftsführung (SL)
Oliver Jeß, seit 2016, Geschäftsführer mit Verantwortung für die SALESkultur (OJ)

Als die Idee, bzw. das konkrete Vorhaben der Übernahme greifbar im Raum stand – was war Ihr allererster brGedanke?
BR: „Das passt und macht uns stärker.“
AH: „Als Geschäftsführer macht man sich natürlich Gedanken, ob ein Kauf Sinn macht. Hinzu kam, dass wir schon einige Jahre uns mit S&F ausgetauscht hatten und ich Silke Focken schon seit der gemeinsamen Schulzeit kannte.“
SL: „Erster Gedanke: Machen! Simon & Focken hatte schon damals einen guten Ruf in der Region und war wie Invitel Inhabergeführt. Auf den ersten Blick eine sinnvolle Geschichte! Auf den zweiten Blick dann eine große Herausforderung bei der Integration der neuen Mitarbeiter, schließlich gingen wir in eine Verdopplung der Mitarbeiteranzahl. Diese neuen Kräfte mussten schnell Vertrauen zu uns aufbauen. Schnell war klar, dass wir aus unserem Projektportfolio ausscheren würden, bis zu diesem Tag hatten wir ausschließlich für die Energieversorgung gearbeitet. Die Kombination sollte dann auch für mehr Sicherheit sorgen.“

Herr Jeß, als bei uns im Spätsommer 2012 die Grundsteine für die neue Unternehmensgruppe gelegt worden sind, womit waren Sie da beschäftigt?
 OJ: „Zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht allzu lange bei meinem damaligen Arbeitgeber beschäftigt und war nach einer intensiven Phase der Einarbeitung inklusive Umzug und ähnlichen Dingen endlich in einer Phase der strategischen Neuausrichtung angekommen: Wachstum im Drittgeschäft und der Aufbau von SALES standen auf der Agenda.

Hätten Sie zu diesem Zeitpunkt eine Prognose abgeben müssen zum dem Stand der Dinge in fünf Jahren, wie wäre diese ausgefallen?
BR: „Schwierig. Es gibt natürlich eine Erwartungshaltung an so ein Vorhaben, in der ein wenig Wunschvorstellung auch eine Rolle spielt. Meine Prognose wäre wohl gewesen, dass nach fünf Jahren so langsam alles erledigt ist und wir bereits den Erfolg unserer Arbeit spüren würden. Das tun wir zwar, aber vielleicht nicht ganz so in dem erhofften Ausmaß. Ich hätte aber auch erwartet, dass wir wären noch breiter aufgestellt sein würden, als wir es aktuell sind.
ahAH: „Eine Prognose war zu diesem Zeitpunkt recht schwierig, da ich aus der Übernahme Telegut (jetzt Invitel Prenzlau GmbH) wusste, was ein Change für Mitarbeiter und Auftraggeber bedeutet und dass ein solcher Prozess neben Chancen auch Risiken birgt. Mit einem derartigen Wachstum hätte ich nicht gerechnet!“
SL: „Vieles ist so eigetreten wie ich es mir vorgestellt habe, denn wir haben alle damit gerechnet, dass es 3-5 Jahre dauern würde, einen Konzern zu bauen. Die Stärken der einzelnen Marken wurden wie geplant ausgebaut und durch die Stärke des Einzelnen hat der Konzern wie gewünscht an Kraft gewonnen. Übererfüllt wird derzeit aus meiner Sicht die Anerkennung auf dem Markt, der Bekanntheitsgrad in der Branche ist um ein Vielfaches gestiegen. Hier kann man wirklich sagen 1+1=3 und damit haben viele nicht gerechnet. In einigen Feldern haben wir uns aber selber überholt und wurden öfter sehr weit zurückgeschmissen. Wenn man sich durch einen Deal verdoppelt, gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es an der einen oder anderen Stelle spürbar wird, und das ist auch so gekommen. Einiges würde man im Nachgang mit Sicherheit anders machen, vieles aber auch wieder genauso.“ 

Wie haben Sie persönlich den Prozess der Übernahme dann wahrgenommen?
BR: „Er hat sich in meinen Augen lange hingezogen. Von der ersten Idee Ende 2011 bis zur Übernahmen im August 2012 vergingen circa 9 Monate. Andererseits ist das wohl ein typischer Zeitraum für die Entstehung von „neuem Leben“ (lacht).
AH: „Als Geschäftsführer war ich im Vorfeld in den Kaufprozess involviert. Die Entwicklung war an vielen Stellen viel schneller als geplant.  Viel Zeit zum Nachdenken und Verschnaufen gab es nicht.“
SL: „Als Geschäftsführer bin ich vom ersten Tag an komplett in den Prozess eingebunden gewesen und kenne aus diesem Grund viele Hintergründe und kann mich an viele denkwürdige Ereignisse erinnern. Das erste Treffen mit den Geschäftsführern der Simon & Focken, das erste Meeting mit den Führungskräften in Braunschweig und vor allem meine erste Zeit am Standort in Braunschweig. Ich war die ersten Monate Vorort um die Mitarbeiter, Projekte und neuen Auftraggeber kennenzulernen.  Auch wenn es sich komisch anhört, die größte Herausforderung war es, sich im Standort zu orientieren. In Braunschweig gibt es unheimlich viele Büros in unheimlich vielen Etagen und Gebäudeteilen. Am Ende haben wir alles gut hinbekommen! Ich finde mich in dem Gebäude zurecht, die Auftraggeber sind mit der Arbeit zufrieden und wir konnten viele Aufträge ausbauen.“

Herr Jeß, haben Sie als externer Branchenteilnehmer den Merger wahrgenommen? Und welche Gedanken gingen ojIhnen dazu durch den Kopf?
OJ: „Ja, natürlich. Ich bin einerseits gut vernetzt, und andererseits lese auch die einschlägigen Magazine, so habe ich alles mitgekriegt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich es nicht näher verfolgt habe, da ich mit eigenen Themen beschäftigt war. Ich war im Inhouse-Bereich unterwegs und hatte mit Outsourcing zu dem Zeitpunkt wenig zu tun. Auch die Größenordnungen waren ganz andere, sozusagen eine andere Liga.
Es war für mich ein deutliches Zeichen dafür, dass der Konsolidierungsprozess auf dem Markt sich fortsetzt. Um zu überleben, so zeichnete es sich ab, muss man entweder wachsen, oder sich spezialisieren. Dass dieser Prozess bis heute nicht abgeschlossen ist, zeigt ein Blick auf den Markt, Stichworte wären convergys, snt, usw. …

Was hat sich seitdem verändert? Was nicht?
BR: „Die ganze Branche hat sich stark verändert, ich werfe mal die Stichworte Konzentration, Digitalisierung, Mindestlohn und Knappheit auf dem Arbeitsmarkt in den Raum. Nicht verändert haben sich der Druck und das noch immer unruhige Fahrwasser, in dem wir unterwegs sind.“
AH: „Vor allem haben sich die Größenordnung und das Tempo verändert. Die Funktionen und Prozesse sind gleichgeblieben.“
SL: „In Summe sind wir keine kleine graue Maus mehr, sondern haben uns enorm weiterentwickelt. Diese Entwicklung hat sowohl positive als auch weniger positive Seiten. Gefühlt ist der Abstand zwischen der Geschäftsführung und den Mitarbeitern größer geworden, da einfach der persönliche Kontakt fehlt. Wo man früher mit Mitarbeitern während der Pause gesprochen hat, sitzt man heute mehr im Auto und fährt die jeweiligen Standorte ab um dann, zu Großteilen, nur mit den Standortleitern zu sprechen. Was geblieben ist, ist der Wunsch, wie der Umgang miteinander sein soll – offen, ehrlich, menschlich.“

Sind die Wurzeln der beiden Marken heute noch spürbar?
OJ: „Das kann ich als von außen hinzugekommener Mitarbeiter vielleicht ganz gut beurteilen: Ja, deutlich spürbar. Bei Invitel ist dies besonders hervorstechend, bei Simon & Focken und der SALESkultur etwas subtiler – diese beiden haben dieselben Wurzeln, wachsen nun aber in unterschiedliche Richtungen. Trotzdem hat sich eine gemeinsame Baumkrone entwickelt. Sehr spannend!

Welche Herausforderung ergab sich konkret für die Position, die Sie damals innehatten? Welche Chancen ergaben sich?
BR: „An der Spitze hat sich nicht viel verändert. Unsere große Chance, die Vergrößerung der Marktanteile, haben wir genutzt. Das Ganze zu wuppen war die Herausforderung.“sl
AH: „Als Geschäftsführer trage ich nun die Verantwortung für noch mehr Mitarbeiter und Familien. Die Themen und Aufgabenstellungen wurden immer komplexer.“
SL: „Die größte Herausforderung war es aufzuzeigen, wo der einzelne seine Stärken und Schwächen hat, und dieses Gebilde der jeweils anderen Seite näher zu bringen. Ich bin froh, dass wir in den Jahren vor der Übernahme das Thema Zertifizierung ausgerollt haben, so konnten wir den neuen Führungskräften schnell viele Prozesse vorleben und aufzeigen. Diese Prozessstärke hat uns schnell in die Lage versetzt Klarheit in die neuen Abläufe zu bringen und das übergeordnete Miteinander, getrieben durch Abteilungen wie ZPS, Training, Beschaffung, Vertrieb, Personal usw., zu organisieren. Alle haben in den ersten zwei bis drei Jahren sehr viel voneinander gelernt.“

Ihren eigenen Wirkungsbereich betrachtet – was würden sie heute anders machen?
BR: „Ich würde weniger darüber spekulieren, wie die Veränderungsprozesse vonstattengehen, und außerdem mehr „fertige“ Führungs- und Fachkräfte von extern anstellen.“
AH: „Ich würde vieles genauso machen. An der einen oder anderen Stelle würde ich aber doch auf die Bremse treten, um die Kollegen besser mitnehmen zu können und nicht zu überfordern.“
SL: „Zu jedem Zeitpunkt waren die getroffenen Entscheidungen richtig und wohl überlegt, fast jede Entscheidung könnte man im Nachgang hinterfragen und vielleicht anders treffen. In Summe bin ich mit den getroffenen Entscheidungen jedoch sehr zufrieden.“

Herr Jeß, Sie als externen Betrachter gefragt: Hätten Sie und Herr Rieck sich damals bereits gekannt und über das Vorhaben gesprochen – was hätten Sie ihm geraten?
OJ: „Ganz ehrlich? Also, ich habe riesigen Respekt vor so einem Merger, es geht immer darum, unterschiedlich Gewachsenes auf einen Nenner zu bringen, zum Beispiel verschiedene Unternehmenskulturen, Prozesse und Systeme miteinander in Einklang zu bringen. Dass beide inhabergeführt waren, war schon einmal eine gute Voraussetzung. Mein einziger Rat aus heutiger Sicht: Die SALESkultur hätte auch schon früher gegründet werden können, sozusagen als Würdigung der Simon & Focken Outbound-Kultur!“ (lacht)

Wie hat sich die strategische Ausrichtung der Unternehmensgruppe innerhalb der letzten 5 Jahre durch gesellschaftliche und marktrelevante Einflüsse verändert/angepasst?
BR: „Grundsätzliches hat sich nicht verändert, daran halten wir fest (Ethik & Co). Es ist Sales als strategischer Eckpfeiler hinzugekommen. Und etwas ist wichtiger geworden: Unsere Führungsprinzipien, die Lücke ist da am größten.“
AH: „Die Invitel Unternehmensgruppe hat sich von einem Call-Center zu einem Servicecenter-Anbieter entwickelt. Auch unsere direkten Wettbewerber sind weiter gewachsen. Aufgrund der Veränderungen in der Branche weiß ich gar nicht, ob wir als Invitel überhaupt noch auf dem Markt wären. Als Invitel waren wir sehr auf die Energiewirtschaft begrenzt. Insbesondere die größeren Projekte der Energiewirtschaft haben wir nur bekommen, weil wir insgesamt gewachsen sind.“
SL: „Nach der Übernahme haben wir für Invitel-Verhältnisse sehr große Standorte eröffnet, jetzt passen wir uns der Arbeitsmarktsituation erneut an und werden sehr kleinteilig. Im Grunde sind wir im stetigen Wechsel und das macht uns als Gruppe auch stark, in den letzten Jahren hatten wir auf die Herausforderungen immer eine gute Antwort. Wir sind im Callcenter Ranking dieses Jahr auf Platz 11 geführt, das gibt uns in der Branche Anerkennung und viele potentielle Auftraggeber reagieren auf diese Größe. Einzeln hätte man nie so einen Erfolg feiern können. Da können wir alle stolz drauf sein, diesen Stolz würde ich gern stärker an die Belegschaft übertragen.“

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Erzählen Sie uns zuletzt doch bitte ein paar Ihrer persönlichen Highlights aus den letzten 5 Jahre. Was wünschen Sie der Unternehmensgruppe, und wo sehen Sie sie in weiteren fünf Jahren?
BR: „Mein Wunsch ist es, dass unsere Führungskräfte eng beeinander sind und am selben Strang mit uns ziehen. Außerdem, dass die Betriebsräte konstruktiv mit uns zusammenarbeiten. So sehr ich iúns dann in fünf Jahren weiter auf Kurs mit einer gut abgearbeiteten To-Do-Liste.
AH: „Es gab viele Highlights! Eines war bestimmt unser erster eigene Messeauftritt auf der CCW in Berlin. Mein Wunsch ist es, dass das Unternehmen und seine Mitarbeiter immer gesund bleiben! Toll wäre es, wenn wir unter den TOP 10 wären und immer noch inhabergeführt!“
SL: „Highlights – hier kann ich nichts rausgreifen, es gab viele Hochs und Tiefs. Aber mein Geburtstagswunsch sieht so aus: Invitel, bleib weiter so verbunden mit Deinen Prinzipien. Wenn Du das machst, wirst Du weiterwachsen und wie von alleine größer und stärker werden. Achte darauf, dass deine einzelnen Teile besser zusammenarbeiten und sich besser austauschen, hier ist im Wachstum einiges auf der Strecke geblieben. Ich wünsche Dir immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel, oder bei uns in der Branche immer einen Call mehr als Du abarbeiten kannst. Alles Gute!
OJ: „Ich wünsche der Invitel Unternehmensgruppe viel Erfolg, ruhige(re)s Fahrwasser und ein stabiles Wachstum sowie viele starke Mitarbeiter mit Lust am Job – „alte“ wie „neue“.  Wenn wir uns besinnen auf die Stärken eines inhabergeführten Unternehmens, eines der wenigen in dieser Größenordnung, die noch am Markt sind, dann sind wir in fünf Jahren vielleicht sogar das das letzte unserer Art in einem ansonsten stark konsolidierten Markt – mit einem noch stärkeren Argument für die Gruppe.

Wir bedanken uns bei den Herren für ihren ganz persönlichen Rückblick! Nächste Woche kommt dann ergänzend die Sicht einiger Mitarbeiter hinzu, die den Prozess aus ihrer ganz eigenen Perspektiver heraus reflektieren.

Über Uns

Die Invitel Unternehmensgruppe ist einer der führenden Anbieter für Prozess-Services in Deutschland. 15 Unternehmen in 3 Marken unter dem Dach der Invitel Unternehmensgruppe setzen je nach Aufgabenstellung individuelle Projekte für Unternehmenskunden im Netzwerk um.

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