Gelebte Vielfalt: Inklusion – Teil I

Ein attraktiver Arbeitgeber sein – das ist per se schon ein hehres Ziel, auch unter normalen Umständen. Was aber, wenn es die Umstände erfordern, „anders als normal“ zu sein? Mit „normal“ ist diesem Fall gemeint, Routine, 08/15, sozusagen. „Anders als normal“ ist dann alles, was diesen engen Definitionskorridor ausweitet. Also etwas sehr Wünschenswertes! Die Rede ist von unseren Bemühungen, ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen – und zwar für alle unsere Mitarbeiter, auch für diejenigen mit körperlichen Beeinträchtigungen. In der ganzen Invitel Unternehmens-gruppe treiben wir das Thema Inklusion von Menschen mit Handicap voran und fokussieren die Bedürfnisse dieser Mitarbeitergruppe stärker bei internen Angelegenheiten und auch bei der Rekrutierung. Unser Ziel ist es, behinderten Mitmenschen einen attraktiven Arbeitsplatz zu bieten und das Miteinander aller Kollegen zu fördern.

Inklusion wird als eine Aufgabe für alle Unternehmensbereiche begriffen, in besonderem Maße setzt sich jedoch zunächst das Personalwesen damit auseinander. In diesem Zusammenhang sind die Verantwortlichen in enge Kooperation mit dem Integrationsfachdienst (IFD) getreten, welcher als Schnittstelle für behinderte Menschen und Arbeitgeber fungiert. Die Zusammenarbeit mit dem IFD ist sehr wertvoll für uns, da er uns als Ansprechpartner rund um die Thematik Inklusion jederzeit zur Seite steht und wir gemeinsam versuchen, Menschen mit Behinderung bei uns in Beschäftigung zu bringen. In Kooperation mit dem Integrationsamt ist es uns möglich, Arbeitsplätze behindertengerecht anzupassen und teilweise sogar neue Arbeitsplätze zu schaffen. Zusätzlich stehen auch Reha-Träger als Kooperationspartner zur Verfügung, über welche beispielsweise besondere Arbeitsmaterialien beschafft werden können. 

Wir möchten erreichen, dass die Menschen mit Behinderung, die auf der Suche nach einer Beschäftigung sind, ein Service Center als Arbeitgeber nicht von vornherein als „nicht behindertengerecht“ ausschließen. Alle drei Marken in der Unternehmensgruppe, Invitel, Simon & Focken und SALESkultur, beschäftigen bereits Mitarbeiter, die in unterschiedlich starken Ausprägungen eingeschränkt sind. Ansprechpartner für die Kollegen mit Behinderung sind seit einem Jahr auch die Schwerbehindertenvertreter im Unternehmen. Einer von Ihnen ist Jens Mesenbring, selbst auch schwerbehindert. Seine Aufgabe ist es, gegenüber dem Arbeitgeber die Interessen derjenigen zu vertreten, die schwerbehindert sind oder es zu werden drohen. In dieser Funktion nimmt er unter anderem an den wöchentlichen Betriebsratssitzungen teil und bietet regelmäßige Sprechzeiten an. Er ist Berater und Begleiter, kennt sich in bürokratischen Dingen aus und nimmt seine Schnittstellenfunktion sehr ernst: „Wenn zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein positives, von Vertrauen geprägtes Verhältnis herrscht, kann man gemeinsam viel erreichen. Oft sogar mehr, als anfangs zu erwarten war. Ich kann dabei helfen, die durch Unsicherheit und Wissenslücken entstehenden Barrieren im Kopf abzubauen.“

Susanne G. (24) gehört bereits seit 2014 zu unseren Mitarbeitern mit Handicap. Zunächst über einen Personaldienstleister bei Simon & Focken in Braunschweig angestellt, wurde sie wenig später fester Teil der Mannschaft. Nachdem Susanne ihre Ausbildung zur  Bürokauffrau bereits im Jahr 2010 abgeschlossen hatte, gestaltete sich die Arbeitssuche danach zäh. Sie nutzte die Zeit konstruktiv, indem sie sich über Weiterbildungen und Praktika zusätzlich qualifizierte. Dass die Suche so lang gedauert hat, ist nicht eindeutig auf ihre Gehbehinderung zurückzuführen. Jedoch tauchte nach dem einen oder anderen Bewerbungsgespräch, für welches sie auf Krücken etliche Treppen überwunden hatte, doch der Verdacht auf, dass man sich nicht mit einer behinderten Mitarbeiterin belasten wollte.

Susanne ist nicht jeden Tag im Rollstuhl. An den anderen Tagen trägt sie eine Orthese am linken Bein und bewegt sich mithilfe von Krücken fort. Es waren weniger Anpassungen an ihren Arbeitsplatz notwendig, als vielleicht vermutet wurde. Zwei kleine Privilegien hat sie jedoch: ihr Arbeitsplatz bei Simon & Focken ist, im Gegensatz zu dem der anderen Mitarbeiter, immer für sie reserviert, um kräfteraubende Suchen vermeiden zu können. Zudem hat sie direkt am Arbeitsplatz einen Container, in welchem sie die Dinge aufbewahrt, die die Kollegen in den Spint tun. Einfach deshalb, weil sie schlecht Dinge tragen kann, wenn sie zwei Krücken zum Gehen benötigt. Diese kleinen Zugeständnisse waren schon alles, damit Susanne ihren Job barrierefrei erledigen kann. Wenn tatsächlich mal jemand unbedacht Susanne um diese „Vorteile“ am Arbeitsplatz beneidete, hat es bislang immer geholfen, im persönlichen Kontakt die Situation zu erklären und so Verständnis zu erzeugen. Generell findet Susanne viel Unterstützung und Hilfsbereitschaft in ihrem Kollegenkreis.

Wir möchten die gelebte Inklusion noch weiter in unserer täglichen Arbeitswelt als Selbstverständnis etablieren und richten darum einen Fokus nach innen. Inklusion bedeutet für uns nämlich Gleichwertigkeit und Gleichbehandlung. Hier ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Darum sind die behinderten Mitarbeiter bei uns ganz selbstverständlich Teil der normalen Teamstruktur und vergrößern die ohnehin herrschende Vielfältigkeit noch ein bisschen. Manche Teams haben sich bereits vollständig auf ihre Kollegen mit Behinderung eingestellt, an anderen Stellen ist die Balance zwischen dem „extra“ und dem „zu viel“ an Aufmerksamkeit noch optimierbar. Darüber hinaus gibt es viele ergänzende Regelungen zu beachten, die im Zusammenhang mit der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben stehen. Der Anspruch auf behindertengerechte Beschäftigung, der zum Beispiel  die äußeren Rahmenbedingungen wie im Fall von Susanne meint, ist nur eine Facette des umfangreichen Kataloges. Nähere Informationen zu den Regelungen gibt es unter anderem hier: //www.talentplus.de.

Der zweite Fokus ist auf den Arbeitsmarkt gerichtet. Wir möchten gern je nach Qualifikation auch weitere Mitarbeiter mit einem Handikap einstellen. Bei der anstehenden Rekrutierungswelle soll darum noch aktiver auf potentielle Arbeitnehmer mit Behinderungen zugegangen werden. Dieses Unterfangen ist für uns ein wichtiger Schritt, bei dem wir tatsächlich auch bereits viel gelernt haben. Denn wahrhafte Gleichstellung zu erzeugen, egal in welchem Bereich, erfordert viel Achtsamkeit. Die behindertengerechten Toiletten und Aufgänge sind dabei nur die äußeren Symbole, nicht minder wichtig sind die innere Einstellung und der Willen dazu, reale Gleichberechtigung für alle Mitmenschen leben zu wollen. Die Werte Offenheit, Ehrlichkeit und Menschlichkeit, die in der gesamten Unternehmensgruppe über allem stehen, sind eine solide Ausgangsbasis.

Menschen wie Susanne G. und wie Jens Mesenbring bereichern unser aller Erfahrungsschatz und erweitern unseren Horizont. Weil uns Vielfältigkeit wichtig ist.

 

Über Uns

Die Invitel Unternehmensgruppe ist einer der führenden Anbieter für Prozess-Services in Deutschland. 15 Unternehmen in 3 Marken unter dem Dach der Invitel Unternehmensgruppe setzen je nach Aufgabenstellung individuelle Projekte für Unternehmenskunden im Netzwerk um.

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