Regelungen zur Beschäftigung von Studenten

 

Für Studenten ist es meist günstiger, wenn sie auf Steuerkarte jobben, da die gewährten Steuerfreibeträge häufig nicht durch den Verdienst überschritten werden. Denn wer über das Jahr gerechnet nicht mehr als 7.834 € (Freibetragsgrenze) verdient, zahlt keine Einkommenssteuer und erhält, im Rahmen einer Einkommensteuerveranlagung, sämtliche einbehaltene Steuern in voller Höhe vom Finanzamt zurück.

Liegt der Verdienst des Studenten aber über der Freibetragsgrenze, die abhängig ist von der jeweiligen Steuerklasse, kann er eventuell durch Abzug von Werbungskosten (wie u.a. Fahrtkosten, Fachliteratur oder Arbeitskleidung) und Sonderausgaben (z.B. arbeitsbedingter Umzug) oder Kinderfreibeträge bereits gezahlte Steuern zurück erhalten.

 

Studentenjob Simon&Focken

 

 

Grundsätzliches zu studentischen Nebenjobs

Allgemein unterliegen Beschäftigungen, die gegen Arbeitsentgelt ausgeübt werden, der Sozialversicherungspflicht. Beschäftigungen von Studenten sind, unter bestimmten Voraussetzungen, von diesem Grundsatz in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ausgenommen und mit Wirkung vom 01.10.1996 wurde die Rentenversicherungsfreiheit für Studentenjobs aufgehoben.

Eine studentische Versicherungsfreiheit in allen Zweigen der Sozialversicherung besteht nur im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung, die geringfügig entlohnt wird oder kurzfristig besteht.

Zur Krankenversicherung nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V gilt Folgendes:

Versicherungsfrei sind Personen, die während der Dauer ihres Studiums als ordentliche Studierende einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind.

Für die Pflegeversicherung gilt ebenso diese Regelung, da sie grundsätzlich der Krankenversicherung folgt.

Bezüglich der Arbeitslosenversicherung nach § 27 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 SGB III gilt:

Versicherungsfrei sind Personen, die während der Dauer

  1. ihrer Ausbildung an einer allgemeinbildenden Schule oder
  2. ihres Studiums als ordentliche Studierende einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule

eine Beschäftigung ausüben. Satz 1 Nr. 1 gilt aber nicht, wenn die oder der Beschäftigte schulische Einrichtungen besucht, die der Fortbildung außerhalb der üblichen Arbeitszeit dienen.

Zu den Hochschulen gehören zum Beispiel Universitäten, Technische Hochschulen/Universitäten, Pädagogische Hochschulen, Bergakademien, Tierärztliche Hochschulen, Landwirtschaftliche Hochschulen, Wirtschaftshochschulen, Kunst- und Musikhochschulen, Kirchliche/Philosophisch-Theologische Hochschulen und Fachhochschulen. Das Studium an einer Hochschule ist mit der Immatrikulationsbescheinigung nachzuweisen.

Zu den der fachlichen Ausbildung dienenden Schulen gehören die Fachschulen, Höheren Fachschulen und Berufsfachschulen. Das Studium an bzw. der Besuch einer dieser Schulen mit überwiegend berufsbildendem Charakter ist ebenfalls durch eine Bescheinigung nachzuweisen.

Werkstudenten oder Studenten mit einer Beschäftigung während der Semesterferien sind mit Personengruppenschlüssel 106 mit Beitragsgruppenschlüssel 0100 zu melden. Wenn beim Studenten jedoch die Arbeitnehmertätigkeit im Vordergrund steht, ist der Personengruppenschlüssel 101 mit Beitragsgruppenschlüssel 1111 zu melden.

Arbeitet der Student (in der Vorlesungszeit) überwiegend außerhalb der regulären Studienzeit, also an den Wochenenden, abends oder nachts, darf der Job auch mehr als 20 Stunden umfassen. Auch in diesem Fall ist aber Voraussetzung, dass ihr eure Zeit und Kraft überwiegend dem Studium widmet. In den Semesterferien könnt ihr problemlos auch mehr als 20 Stunden arbeiten. Wenn dies häufiger gemacht wird, muss von Studenten die 26-Wochen-Regel beachten werden.

 

 

Der Personenkreis der ordentlichen Studierenden

Durch mehrere Urteile hat das Bundessozialgericht entschieden, dass nicht jede neben dem Studium ausgeübte Beschäftigung Versicherungsfreiheit auslöst, sondern nur Studierende als Werkstudent versicherungsfrei sind, deren Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden – sie sind von ihrem Erscheinungsbild her keine Arbeitnehmer sondern Studenten.

Voraussetzung für die Versicherungsfreiheit der von Studenten ausgeübten Beschäftigungen ist die Zugehörigkeit zum „Personenkreis der ordentlichen Studierenden“. Dazu gehören diejenigen Studenten, die an einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule immatrikuliert sind und deren Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden. Das Studium stellt den Schwerpunkt der Arbeitsleistung des Studenten dar, wenn

  • die Arbeitszeit der Beschäftigung nicht mehr als 20 Stunden/Woche beträgt
    oder
  • die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als zwei Monate befristet ist
    oder
  • die Beschäftigung ausschließlich während der Semesterferien ausgeübt wird.

Das Bundessozialgericht hat in ständiger Rechtsprechung festgestellt, dass Personen, die neben ihrem Studium wöchentlich mehr als 20 Stunden beschäftigt sind, ihrem Erscheinungsbild nach grundsätzlich als Arbeitnehmer anzusehen sind. Bei der Prüfung des Erscheinungsbildes sind auch selbstständige Tätigkeiten zu berücksichtigen.

Wird eine Beschäftigung lediglich in der vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien) auf mehr als 20 Stunden ausgeweitet, so ist auch für diese Zeit grundsätzlich eine Versicherungsfreiheit anzunehmen.

Für Studenten gilt zudem eine Grenze von 26 Wochen: Wenn ein Student im Laufe eines Jahres (Zeitjahr und nicht Kalenderjahr, zurückgerechnet vom voraussichtlichen Ende der zu beurteilenden Beschäftigung) über 26 Wochen (182 Kalendertage) mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden beschäftigt ist, gehört er vom Erscheinungsbild zu den Arbeitnehmern. Dabei werden alle Beschäftigungsverhältnisse mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden angerechnet – egal, ob die Arbeitsverhältnisse während der Vorlesungszeit oder in den Semesterferien sind/waren. Für die zu beurteilende Beschäftigung besteht bei Überschreiten der 26-Wochen-Grenze von Anfang an eine Versicherungspflicht in der Sozialversicherung.

Die Zugehörigkeit zum Personenkreis (Student) sowie das Studium an einer entsprechenden Hochschule ist vom Studenten beim Arbeitgeber durch die Vorlage einer Immatrikulationsbescheinigung nachzuweisen, die den Entgeltunterlagen hinzuzufügen ist.

Über Uns

Die Invitel Unternehmensgruppe ist einer der führenden Anbieter für Prozess-Services in Deutschland. 15 Unternehmen in 3 Marken unter dem Dach der Invitel Unternehmensgruppe setzen je nach Aufgabenstellung individuelle Projekte für Unternehmenskunden im Netzwerk um.

Blog

Onlinebewerbung

Bewirb dich einfach und schnell über unser Bewerberportal auf eine von dir ausgewählte Position in unserem Unternehmen. Wir freuen uns auf deine Bewerbung!

bewerben

Call Back

Verwenden Sie unseren kostenlosen Call Back Service für ein persönliches Gespräch mit uns und wir rufen Sie zurück.